9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Samstag 04 Juni 2016 - 19:00 bis Sonntag 18 September 2016 - 19:00

Die 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst will die digitalen Konditionen und die Paradoxien greifbar machen, die die Welt im Jahr 2016 zunehmend prägen: das Virtuelle als das Wirkliche, Nationen als Marken, Menschen als Daten, Kultur als Kapital, Wellness als Politik, Glück als Bruttoinlandsprodukt und so weiter. Sie wird dafür an verschiedenen Orten, die immer auch einen Hauch von der „Paradessenz“ (Paradox + Essenz) unserer Zeit verströmen, Gestalt annehmen.

 

åyr

 

Gegründet in 2015 in London

Fabrizio Ballabio * 1986 in Neapel, IT

Alessandro Bava * 1988 in Neapel, IT

Luis Ortega Govela * 1988 in Tampico, MX

Octave Perrault * 1988 in Paris

leben und arbeiten in London

 

ARCHITECTURE, 2016

 

Sphären, die einst als privat galten, sind im sogenannten „Zeitalter des Zugangs“ zu Grauzonen der öffentlich/privaten Kapitalgewinnung geworden. Wohnungen werden auf Airbnb untervermietet, AutobesitzerInnen sind potenzielle Uber-ChauffeurInnen und der eigene Körper wird durch medizinisches Tracking in Echtzeit und die Ökonomie der Bilder für das digitale Kapital fit (oder unfit) gemacht. Das Kollektiv, das ursprünglich als AIRBNB-Pavilion gegründet wurde, beleuchtet diese zeitgenössischen Verflechtungen von Besitz und Eigentum, Privatheit und Kontrolle, Strukturen und Repräsentationen in ihrer architekturbasierten Praxis. 

 

Cécile B. Evans

 

* 1983 in Cleveland, US, lebt und arbeitet in London und Berlin

 

What the Heart Wants, 2016

 

Die Künstlerin Cécile B. Evans befasst sich damit, wie Formen des Austauschs zwischen Mensch und Maschine Rückschlüsse auf die menschliche Existenz zulassen. Ihre Videoinstallation What the Heart Wants (2016), untersucht, was den Menschen im digitalen Zeitalter ausmacht und wie Maschinen unser „Menschsein“ definieren. 

 

Simon Fujiwara

 

* 1982 in London, leb und arbeitet in Berlin

 

The Happy Museum, 2016

 

Die Konzeption eines falschen Museums, das Verfassen eines erotischen Romans, das Ausstellen selbst gesammelter Dinge – Simon Fujiwara verschmilzt biografische Wahrheit und Fiktion, um die Art und Weise, wie wir üblicherweise Kunstwerke erleben, zu hinterfragen. The Happy Museum (2016) ist eine Museumskapsel innerhalb der Berlin Biennale, die Fujiwara mit Unterstützung seines Bruders Daniel, einem Wirtschaftswissenschaftler, der in dem Feld der Ökonomie des Glücks arbeitet, produziert hat.

 

GCC

 

Gegründet 2013 in Dubai, AE

Nanu Al-Hamad * 1987 in Kuwait City, lebt und arbeitet in New York, US

Abdullah Al-Mutairi * 1990 in Kuwait City, lebt und arbeitet in Kuwait City

Aziz Alqatami * 1979 in Kuwait City, lebt und arbeitet in Kuwait City

Barrak Alzaid * 1985 in Kuwait City, lebt und arbeitet in Kuwait City

Khalid al Gharaballi * 1981 in Kuwait City, lebt und arbeitet in Kuwait City

Amal Khalaf * 1982 in Singapore, lebt und arbeitet in London

Fatima Al Qadiri * 1981 in Dakar, lebt und arbeitet in Berlin

Monira Al Qadiri * 1983 in Dakar, lebt und arbeitet in Amsterdam, NL

 

طاقةإيجابية/Positive Pathways (+),2016

 

 

Auf Ideologien, der materiellen Kultur und den staatlich-unternehmerischen Paradoxien der arabischen Golfstaaten liegt das Hauptaugenmerk der Arbeiten des Kollektivs GCC, das seinen Namen dem Golfrat, als Akronym für „Gulf Cooperation Council“ entlehnt hat. In der letzten Zeit hat GCC sich damit beschäftigt wie Bewegungen der „positiven Energie“, New-Age-Praktiken, die kalifornische Start-up-Kultur und Konzernphilosophie in der Golfregion in unerwarteten, hybriden Formen auftauchen. 

 

Josephine Pryde

 

* 1967 in Alnwick, GB, lebt und arbeitet in Berlin und and London

 

The New Media Express, 2014

Hands „Für mich“, 2014–16

 

Wie betrachtet man eine Ausstellung, wenn man auf dem Wagen einer Miniatureisenbahn sitzt? The New Media Express (2014) ist, mit 5-Zoll-Spurweite, ein Modell einer normal großen Bahn, inklusive Graffiti von unbekannten KünstlerInnen. Die Schienen laufen parallel zu einer Reihe an der Wand hängender Kunstwerke.

 

Christopher Kulendran Thomas

 

* 1979 in London, lebt und arbeitet in London

 

New Eelam, 2016

 

Wie lässt sich Staatsbürgerschaft in einer Zeit der technischen Beschleunigung neu denken? 

New Eelam ist ein vom Künstler gegründetes Start-up-Unternehmen, dessen Ziel es ist, ein flexibles Subskriptionsmodell für Wohnungen zu schaffen, das auf gemeinschaftlichem Eigentum basiert. 

Kuratorisches Team

DIS:

Lauren Boyle

Solomon Chase

Marco Roso

David Toro

Termin

4.6.–18.9.2016

Veranstaltungsorte

Akademie der Künste

Pariser Platz 4, 10117 Berlin

 

ESMT European School of Management and Technology

Schlossplatz 1, 10178 Berlin

 

The Feuerle Collection

Hallesches Ufer 70, 10963 Berlin

 

KW Institute for Contemporary Art

Auguststraße 69, 10117 Berlin

Tickets

Eintrittspreis

Eintritt für alle Veranstaltungsorte: 26 €

 

Öffnungszeiten

Mi–Mo 11–19 Uhr, Do 11–21 Uhr