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British Council. Illustration von Joey Yu.

Unsere Gewinner stehen fest

Im Rahmen unseres Gedichtwettbewerbs haben TeilnehmerInnen das Gedicht "Smoke" vom UK-Dichter Nick Makoha interpretiert und auf dieses in ihren eigenen Gedichten reagiert.

Wir freuen uns, dass wir die Dichterin Karla Reimert als Jurymitglied des Wettbewerbs gewinnen konnten. Die fünf besten Gedichte (eins auf Englisch, eins auf Deutsch und drei zweite Plätze) werden von einem professionellen Übersetzer in die jeweils andere Sprache übersetzt und auf unseren Kanälen veröffentlicht.

Außerdem erhalten alle GewinnerInnen 2x Tickets für das 20. poesiefestival berlin und die zwei Erstplatzierten zusätzlich einen Pass für das 18. internationale literaturfestival berlin. 

Wir waren begeistert von der Anzahl und Qualität der teilnehmenden Beiträge - schau dir hier die Gewinnergedichte auf deutsch an!
Für die Gewinnerbeiträge auf Englisch, wechsle einfach zur englischen Version dieser Seite.

 

"In ihrem Stück mit verschiedenen Sprachen ist Ada "bewusst [in ein] postkoloniales Sprachspiel [hineingegangen], das es vermag, Asymmetrien zwischen Sprachen und Kulturen abzubauen und neue Begegnungen zu schaffen. Sie hat dabei konsequent ihre eigene Lebensrealität und Erfahrung in einen poetischen Dialog auf Augenhöhe mit eingebracht" urteilte unsere Jury. Herzlichen Glückwunsch zu diesem durchdachten und inspierenden Gedicht!  ©

Ada Charlotte Kilfitt

zweiter Platz: "Trübung" von Ida Caspary

Trübung

 

Wo ich war

und wo ich

war und mein

Kopf

und wo

Wind

 

wenn ich war

und falls mein

Bauch

sagte ob ich

wo bliebe

 

wenn ich sah

und bevor ich sah

oder mein

Auge

und wusste

 

sagte mein Kopf

aber konnten meine

Füße

Im Nebel

alleine denken. 

zweiter Platz: "Asche" von Greta Schmerberg-Dávila

Asche

Sonderbar schnell rauschte

der Rauch hinaus,

über mich hinweg und kam nie mehr zurück.

 

Ich bleibe als Stück, nicht als Ganzes,

und sehne mich nach all den Orten,

die du erreichst, wenn du so schnell und schweigend von mir weichst.

 

Du reist jetzt mit den Vögeln, singst ihre Lieder.

Schwebst mit den Wolken, wirst ihr Gefieder.

Blickst verträumt in die Sterne - ich in die Glut.

 

Ich bleibe liegen, leise, im Dunkeln.

Die anderen munkeln laut und glühend,

wo du wohl bist und ob du wohl kommst.

 

Doch ich löse mich still und heimlich.

Ich will nicht mehr hier still liegen, 

sondern still nach oben zu dir fliegen.

 

Und friedlich all den Liedern lauschen.

Mit den Vögeln; den Wolken; den Sternen.

Deinem sonderbaren Rauschen.

Smoke von Nick Makoha

SMOKE

When the mountains stared at our backs, 

it was my mother who read the sky, its cobalt 

glass full of moisture. The clouds formed 

 

a necklace at the summit. If I could remember 

the smell I would describe this as well – though 

I do recall the smoke trying to join with the clouds, 

 

each tendril plume learning to fly. These birds 

of smoke released themselves from the dung 

hut-chimney as my body rested on her back. 

 

Braced in the sling of her shawl she sang 

in a language I no longer recognise 

but can identify from sound. Like water. 

© Nick Makoha, 2017