Auf die frühe Arbeit „I'm British But“ (1989) der gefeierten Filmemacherin Gurinder Chadha ("Bend it like Beckham") anspielend, präsentiert diese Auswahl 12 Kurzfilme junger britischer Regisseurinnen und Regisseure, die ihre Stimme in der breiten Diskussion um kulturelle Identität erheben.
Skin Deep
(Yousaf Ali Khan, 13min) 1979: Romo ist pakistanisch-englischer Herkunft. Er lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester Jameela in einem heruntergekommenen Viertel, in dem sonst nur Weiße leben. Während Jameela dunkle Haut hat, geht Romo als Weißer durch. Geplagt von Kindheitserinnerungen voll rassistischer Verfolgung und Leid, fängt er an, seine wahre Identität zu verschleiern. Er beginnt sich mit einer Gruppe offen rassistischer, weißer Jugendlicher zu treffen. Brilliant geschrieben in der gewaltsamen Sprache der Armenviertel, folgt der Film eine Nacht lang Romo und seinen Leuten. Der Film fängt den Schmerz, die inneren Widersprüche und die Selbstverneinung Romos ein, der dafür kämpft von seinen Kumpels akzeptiert zu werden.
One Plus One
(George Amponsha, 20min, 2000, Dok.)
Der Filmemacher und sein Zwillingsbruder diskutieren die Problematik der Identität junger, farbiger Briten. Ein Besuch in Ghana, dem Land ihrer kulturellen Wurzeln, löst bei ihnen Gedanken über Zugehörigkeit, Hoffnungen und Erwartungen aus. Was schafft kulturelle Identität – oder individuelle Identität?
Brick Lane
(Paul Makkar, 14min, 1992)
Eine britisch-asiatische Komödie – von Bollywood inspiriert – über die Versuche zweier Teenager, die schöne Nabeela auf einer Bhangra-Party in ihrer Nähe zu beeindrucken – sogar auf Kosten des berüchtigten Bucksman. Der Film beleuchtet das Leben der asiatischen Jugend, die im heutigen London lebt.
Hong Kong, Liverpool, Penzance
(Raymond Wong, 5 min, 2002, Dok.)
Auf bewegenden Foto-Dokumenten beruhend, wird die Geschichte der arrangierten Ehe der Eltern des Filmemachers und ihres späteren Lebens im Großbritannien der 1960er zu einer persönlichen Dokumentation, die sich mit dem Thema Famlienbande und Kultur auseinandersetzt.
Latifah and Himli's Nomadic Uncle
(Alnoor Dewshi, 14min, 1992)
Eine spielerische und surrealistische Erkundung kultureller Vielfalt in Großstädten. Latifah und Himli, Cousinen indischer Herkunft, tragen die gleiche Frisur und einen identischen Mix aus Kampfstiefeln, Saris und Bomberjacken. Aber wenn es um das Verständnis von Kultur und Geschichte geht, ähneln sie sich gar nicht. Während sie durch die Straßen Londons ziehen (und mit Onkel Nazar zu dritt Ping-Pong spielen), bringt sie ihr Gedankenaustausch dazu, ihren Platz in der kosmopolitischen Diaspora neu zu überdenken. Himili kommentiert: „Wo ich herkomme, da spielt es keine Rolle, wo wir herkommen.“
Wish
(Rene Mohandas, 17min, 2003)
Eine berührende und ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem Glasgower Altenpfleger und einer älteren japanischen Dame. In ihrer Sozialwohnung blüht ein inspirierender Erfahrungs- und Kulturaustausch; Romantik, die die Grenzen von Zeit, Raum, Generationen und Vorstellungen hinter sich lässt.
Sari and Trainers
(Jeremy Wooding, 15min, 1998)
Eine mitreißende britische Musical-Romanze, die den Traditionen des indischen Kinos folgt und die Teenager-Liebe von Geena und Jason in den Blick nimmt, die beide unterschiedlichen Kulturen angehören. Romeo und Julia unserer Zeit haben sich zum ersten Mal verabredet, aber werden ihre Familien die junge Liebe akzeptieren?
Köln:
Programm 1: 27.10.2005, 21.00
Programm 2: 28.10.2005, 21.00
Filmclub 813 e.V.,
Kino in der Brücke,
Hahnenstr. 6,
50667 Köln
Berlin:
Programm 1: 6.11.2005, 18.00
Programm 2: 7.11.2005, 18.00
Kino Central, Rosenthaler Str. 39,
10178 Berlin
Hannover:
Programm 1: 16.11.2005, 20.30
Programm 2: 18.11.2005, 20.30
Medienhaus,
Schwarzer Bär 6,
30449 Hannover, Eingang: Minister-Stüve-Straße
Eintritt jeweils € 5,00 |