Climate Champions in the Nilgiris
Die Climate Champions in den Nilgiris


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23.-30. Januar 2010  - Caroline Reddemann berichtet vom Climate Camp in Indien

Das International Climate Champions Camp fand dieses Jahr in den Nilgiris statt, was übersetzt Blue Mountains bedeutet. Es kamen Champions aus Bangladesch, Sri Lanka, Nepal, Indien, China, Kanada, Norwegen, Großbritannien und Deutschland zusammen.

Ihren Namen verdankt die Gebirgskette einer Pflanze, die nur alle 12 Jahre blüht und dann die ganzen Berge mit blauen Blüten bedeckt, so dass sie zu den blauen Bergen werden. Das besondere an den Nilgiris ist, dass dort so viele verschiedene Vegetationsformen zu finden sind. Zum einen gibt es immer grünen und jahreszeitabhängigen tropischen Regenwald und zum anderen verschiedene Grasslandschaften, wie feuchte und trockene.
Aufgrund der verschiedenen Vegetationsformen gibt eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren; allein 48 verschiedene Schmetterlingsarten sind nur hier zu finden!

Die Flora und Fauna der Nilgiris ist sehr empfindlich. Viele Pflanzen und Tiere können eine Veränderung klimatischer Bedingungen nicht verkraften, daher wird der Klimawandel die Nilgiris besonders hart treffen.

Vor allem die intensive Wassernutzung für Industrie und Teeanbau schadet den Nilgiris, weil das Wasser seinem natürlichen Kreislauf entzogen wird und die Regenwälder und feuchten Grasslandschaften zum Teil nicht mehr genug Wasser erhalten.
Da sich das Klima dort gut für den Teeanbau eignet, wird Regenwald dafür abgeholzt. Es tut wirklich weh, wenn man die großen Wurzeln sieht, die früher einmal schöne Bäume gewesen sein müssen…

Aber nicht nur Abholzung schadet den Wäldern der Nilgiris. Auch die Ansiedelung von exotischen Pflanzen führt dazu, dass einheimische Pflanzen verdrängt werden. Um die einheimische Flora zu erhalten, ist man im National Park von Upper Bhavani dazu übergegangen, alle exotischen Pflanzen zu fällen. Außerdem ist das Betreten des Nationalparks verboten, weil in der Vergangenheit die Menschen aus der Umgebung ihren Müll dort liegen ließen und so die einzigartige Natur gefährdet haben.

Für uns Climate Champions wurde aber eine Ausnahme gemacht, und wir hatten die einzigartige Möglichkeit, den wunderschönen Fold Mountain zu betrachten. Um in den Genuss der Aussicht zu kommen, mussten wir 3 Stunden wandern. Der Anblick der Landschaft und die Ruhe der Berge entschädigten aber dafür!
Während der Woche besuchten wir einige wissenschaftliche und staatliche Einrichtungen. Wir erfuhren, dass ein großes Problem die Nutzung von Pestiziden in der Landwirtschaft ist.

Hier entbrannte eine heiße Diskussion: Soll man den Farmern verbieten, Pestizide zu benutzen und ihnen so indirekt ihren Lebensunterhalt zu schmälern?
Unsere Idee war es, den Farmern ökologischen Landbau zu erklären, was aber natürlich Zeit und auch Geld beansprucht.
All die Dinge, die wir in der Woche gelernt haben, wurden in der Nilgiri Declaration und in einer Global Declaration für Bergökosysteme weltweit zusammengefasst. Hier stellen wir Forderungen, wie diese speziellen Ökosysteme geschützt werden können. Wir fordern u.a. eine nachhaltige ökologische Wirtschaft und Landwirtschaft, Ökotourismus, die Nutzung alternativer Energien und den Schutz der Ökosysteme als oberste Priorität. Diese Deklarationen haben wir Politikern vor Ort überreicht und sie auf dem Yuva Meeting in Neu Delhi verteilt.

Der Zusammenhang von Finanzen und Klimaschutz wurde auf dem Yuva (Youth Unite on Voluntary Action) Meeting beim Thema „Climate Change through the social glass“ häufig diskutiert. Alle waren sich einig, dass man das Klima und die Umwelt schützen soll. Doch wie soll eine umweltverträgliche Wirtschaft aussehen? In Diskussionen wurde klar, dass viele Inder die Verantwortung beim Klimaschutz bei den westlichen Ländern sehen. Sie seien schließlich diejenigen, die in der Vergangenheit mit ihrem CO2-Ausstoß zum Klimawandel maßgeblich beigetragen hätten. Und pro Kopf ist ein Europäer immer noch für eine deutlich höhere CO2-Emission verantwortlich als ein Inder. Klimagerechtigkeit - ein sehr schwieriges Thema.

Wir Climate Champions waren uns aber einig, dass das „Blame Game“ zu spielen uns im Kampf für mehr Klimaschutz nicht weiter bringt. Wer wann in der Vergangenheit wie viel CO2 emittiert hat, kann man jetzt nicht mehr ändern. Wichtig ist, dass wir jetzt aktiv werden und handeln!

Wenn man durch Indien fährt, sieht man einiges, das ganz einfach für mehr Klimaschutz getan werden könnte. Man sieht an den Straßenrändern leider sehr viel Müll. Diesen ordnungsgemäß zu entsorgen und zu recyceln, wäre eine gute Sache.
Auch in Neu Delhi wären Rußpartikelfilter angebracht; man sieht kaum die Sonne vor lauter Smog.

Indien hat aber definitiv seinen ganz eigenen Charme. Die bunten Häuser, Autos und Gewänder sind superschön und machen gute Laune. Vor allem aber die Offenheit und Gastfreundschaft der Inder hat mich beeindruckt. Überall bekommt man etwas Leckeres zu essen angeboten und überall, wo wir waren, waren die Menschen bereit all unsere Fragen zu beantworten. Jedes Institut, jeder Politiker und jeder Redner hat Interesse an unserer Arbeit gezeigt und Unterstützung angeboten. Das Engagement aller Climate Champions zu sehen war super, weil ich gemerkt habe, dass wirklich weltweit etwas getan wird und dass junge Leute die gleichen Vorstellungen haben wie ich selbst. Das Treffen mit netten und engagierten Menschen aus der ganzen Welt hat mich definitiv darin bestärkt, aktiv zu bleiben!

 


   
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