David Shrigley: I bleed

David Shrigley: I bleed


Photo credit: Anders Sune Berg
Courtesy: Gallerie Nicolai Wallner


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www.davidshrigley.com
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David Shrigley
Werkschau: 'New Powers / Neue Kräfte'

Im Rahmen des Kultursommers 2009 veranstaltet die Kunsthalle Mainz die erste große Einzelschau des schottischen Künstlers David Shrigley (*1968) in Deutschland und gibt so einen umfangreichen Einblick in sein vielfältiges Schaffen. David Shrigley ist vor allem für seine Comic ähnlichen Zeichnungen bekannt, die er in zahlreichen Publikationen sowie Künstler- und Postkartenbüchern veröffentlichte. Der Glasgower Künstler arbeitet parallel auch in anderen Medien und in verschiedenen künstlerischen Bereichen wie Animationsfilm, Druckgrafik, Monotypie, Skulptur oder Objekt.

Der thematische und inhaltliche Grundtenor seiner Arbeiten ist eine Auseinandersetzung mit der „Conditio humana“, der Natur des Menschen und den Bedingungen des Menschseins. Das Besondere an Shrigleys Arbeitsweise ist, dass er sich diesem großen Thema mit trocken-schwarzem Humor annimmt und dabei jenseits von Konventionen agiert.

David Shrigleys Zeichnungen bewegen sich meist im kleinen Format. Oft sind sie mit Texten oder Kommentaren versehen und geprägt von einem ungezwungenen, anarchischen Strich. Auf den ersten Blick erscheinen die Zeichnungen unbedarft, denn stets schwingt darin ein skurriler Humor mit. Doch sie entpuppen sich als ironische und düstere Kommentare zum Zustand der Gesellschaft und zu menschlichen Verhaltensweisen. Ähnlich wie bei tagebuchartigen Aufzeichnungen greift der Künstler alle denkbaren Situationen aus den unterschiedlichsten Lebenslagen, Befindlichkeiten und Handlungsmustern auf. Hierbei nutzt er meist das Mittel der Überzeichnung, um den Kern der Absurdität des menschlichen Daseins mit Humor und Ernsthaftigkeit zugleich auf den Punkt zu bringen.

David Shrigley interessiert sich für die Brüche, die sich im gesellschaftlichen und zivilisatorischen Mit- und Gegeneinander auftun. Der Humor fungiert hierbei wie ein eigener Kosmos, der es dem Künstler erlaubt, die Dinge von einer ungekannten Seite zu betrachten oder ungeahnte Wahrheiten zu Tage zu fördern. Es gelingt ihm ebenso, Themen, die mit Tabus oder Unbehagen besetzt sind, wie zum Beispiel Tod und Sterben angstfrei aufzugreifen. Er eröffnet dem Betrachter damit eine neue oder unkonventionelle Sichtweise.

In der Kunsthalle Mainz zeigt David Shrigley eine Auswahl aus seinem umfangreichen zeichnerischen Werk sowie einige seiner Animationsfilme. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Präsentation von Skulpturen und Objekten. Vor allem im dreidimensionalen Bereich entwickelt David Shrigley seine Arbeiten oft orts- und raumbezogen. Hier zeigte sich bei vergangenen Projekten eine große Vielfalt in Bezug auf Formen und Materialien. So schuf er 2007 für die Kunsthalle Malmö eine Armada aus Krabbeltieren in unterschiedlichsten Größen, die einen großflächigen Raum bevölkerten. Die Tierchen fertigte er aus handelsüblichen Metallteilen, wie sie in Baumärkten erhältlich sind.

Im Allgemeinen gilt das Interesse des Künstlers weniger dem materiellen Aufwand oder dem äußerlich perfekten Schliff. Im Vordergrund steht vielmehr jener Moment, in dem die Präzision der Idee und der „Vision“ erreicht ist. Der Künstler geht ökonomisch und präzise vor. Verschwenderisch im besten Sinn ist stattdessen der Kosmos, den er den Betrachtern eröffnet.

Datum: 22.08. - 08.11.2009

Ort: Kunsthalle Mainz Am Zollhafen 3-5, 55118 Mainz




   
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