British Council Germany  

auftretende künstler
Clemens Von Wedemeyer, The Making of Otjesd, 2005, video still 2006.
Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris


LINKS
www.journeyswithnoreturn.com
www.mycity.eu.com

Journeys with no return

LONDON _ ISTANBUL _ BERLIN

Das Projekt Journeys With No Return wurde vom gleichnamigen Gedichtband des türkischen Schriftstellers und Politikers Nâzım Hikmet inspiriert. Es untersucht den Einfluss der türkischen Migration auf die zeitgenössische Kunst.

Künstler aus Deutschland, Großbritannien und aus der Türkei reflektieren über Thematiken, die die türkische Migration der vergangenen 50 Jahre umkreisen.

Journeys With No Return ist ein Projekt, das in drei Städten stattfindet: Istanbul, London und Berlin. Die Identitäten der einzelnen Städte sowie ihre unterschiedlichen Geschichten und Beziehungen zum Phänomen der Migration haben zu drei unterschiedlichen, aber eng verknüpften Ausstellungen geführt.

Das Projekt wird von drei Kuratoren, die in den verschiedenen Städten arbeiten, organisiert. Die Dynamik ihrer Zusammenarbeit, ihre Beziehungen zu den Künstlern, der wertvolle Beitrag des Peripatetikers und Ausstellungsmachers Denizhan Özer, die spezifischen Rahmenbedingungen der Institutionen und Städte, in denen die Kuratoren arbeiten, und ihre lokalen Partnerschaften haben dazu beigetragen, dass sich das Projekt im Laufe der Zeit flexibel und dynamisch weiterentwickeln konnte.

Die meisten Künstler, die in dieses Projekt involviert sind, haben einen Migrationshintergrund. Migration im Allgemeinen kann als universelles zeitgenössisches Phänomen verstanden werden. Die Geschichte der Migration setzt sich jedoch aus den Erfahrungen von individuellen Menschen, die sich auf Reisen begeben, zusammen. Solch eine Reise kann zu politischem Exil führen, wie beispielsweise für den Dichter Nâzım Hikmet oder den Philologen Erich Auerbach. Sie kann aber auch Neuanfang bedeuten oder neue Freiheiten eröffnen, zum Beispiel für die Frauen, die in den 70er Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Berlin zogen.

Die sechzehn Künstler, die in unterschiedlichen Konstellationen an diesem Projekt teilnehmen, arbeiten alle innerhalb dieses turbulenten und aufgesplitterten Bereichs des zwischenmenschlichen Austauschs und im Spannungsfeld zwischen Sehnsucht nach Altem und Wechsel mit Neuem. Ihr künstlerisches Schaffen beruht auf Poesie, menschlichen Gefühlen und eigenen Erlebnissen, anstatt auf der Dekonstruktion von medialen Stereotypen. Die Instabilität und der Facettenreichtum ihrer Erfahrungen beeinflussen ihre Arbeit. Aus diesem Grund passt es gut, dass Olaf Nicolai die Mimesis von Ernst Auerbach als Prüfstein ausgewählt hat. Er schrieb im Exil und hatte nicht immer Zugang zu den Texten, die er brauchte. Das Buch verdankt seine Entstehung daher dem Mangel an einer umfangreichen Fachbibliothek.

Die Künstler setzen sich bewusst und kritisch mit den Grenzen zwischen den verschiedenen Bereichen des Wissens, der Fähigkeiten und der Sprachen auseinander, die traditionell zur Kunst gehören. Sie verwenden Populärmusik, Rap, filmische Konventionen, Comics, Anthropologie, Dokumentarfilm, Tagging und Graffiti und nutzen Archivbilder, kulturelle Klischees und Informationssysteme. Die Verwendung von Film, Fotografie und Installation eröffnet ihnen neue Kommunikationsmöglichkeiten, die sich auf etablierte und populäre Kulturformen beziehen.

Datum: 11. - 20. Juni 2010
Ort: Galerie Kurt-Kurt, Lübecker Straße 13, 10559 Berlin



   
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