Scott Myles, 1975 in Dundee geboren, konzipiert für Projects in Art & Theory eine Ausstellung mit dem Titel Search and Research, bei der er sich mit der performativen Bedeutung von Spiegelung und sozialer Interaktion in öffentlichen Räumen auseinandersetzt.
Zwei Jahre später, im Dezember 1977, führte Dan Graham erstmals sein Werk Performer/Audience/Mirror auf, in dem er die Beziehungen zwischen sich selbst (als Performer), dem Publikum und die Reflektion beider in einem Spiegel beschreibt: "The audience sees itself reflected by the mirror instantly while the performer’s comments are sligthly delayed. First a person in himself, next he hears himself described ‘objectively’ (‘subjectively’) in terms of the performer’s perception." Diese (wahrnehmungs-) psychologische Bedeutung von Kunst an der visuellen und verbalen Schnittstelle ist auch für Scott Myles Arbeiten relevant. Bei ihm sind es in erster Linie jedoch die Objekte, die auf Spiegelungen und performative Handlungen reagieren. Erst an zweiter Stelle treten die korrespondierenden Beziehungen von Person und Raum.
Ob in den Medien Skulptur, Installation, Druck oder Performance - Scott Myles’ Werke lassen sich als Adaptionen, als weitverzweigte Referenzen von Gesten und Werken der zeitgenössischer Kunst, Kultur- und Architekturgeschichte wie auch der sozialer Interaktionen verstehen: Bezüge zu Giorgio de Chirico, Manet, Duchamp oder Schlemmer, zu konzeptuellen Denkern und Psychoanalytikern oder zum eigenen Werk fließen als formales und ästhetisches Vokabular in seine neue Arbeiten mit ein. Die Oberflächenbeschaffenheit der Dinge und Dispositive einerseits, die ihnen wesentliche Uneindeutigkeit und die Präzision geometrischer Grundformen andererseits spiegeln ein künstlerisches Interesse, das sich an der Schwelle zwischen dem Physischen und Ephemeren, dem Zwei- und Drei-Dimensionalen und der Suche und Erforschung von künstlerischer Formensprache bewegt.
Datum: 10. Oktober - 9. November 2009
Ort: Gereonswall 13,
50668 Köln
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