| Vom 4. bis 8. November ist Berlin wieder Hauptstadt des Jazz. Das JazzFest Berlin ’09, veranstaltet von den Berliner Festspielen, und sein künstlerischer Leiter Nils Landgren präsentieren unter dem zentralen Thema „70 Jahre Blue Note“ in fünf dicht gefüllten Festivaltagen 24 Konzerte mit über 180 Musikern. Auch drei Bands aus England sind in diesem Jahr dabei:
Barry Guy New Orchestra, special guest Elliott Sharp
Der englische Bassist und Orchesterleiter Barry Guy gilt seit nunmehr vier Jahrzehnten als verlässliche Größe auf dem europäischen Improv-Pflaster. Bereits 1970 gründete er das London Jazz Composers Orchestra, mit dem er immer neue Formen spontaner Musikerfindung zelebrierte. Der studierte Architekt leugnete stets den Antagonismus von Komposition und Improvisation und verknüpfte freies Spiel mit den Traditionen der abendländischen Musik vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.
Seit zehn Jahren führt er im New Orchestra gemeinsam mit alten Kämpen wie Trevor Watts und Evan Parker sowie jungen Wilden wie Mats Gustafsson die Ansätze des LJCO fort. Special Guest Elliott Sharp hob Anfang der achtziger Jahre mit John Zorn und John Lurie die New Yorker Downtown Avantgarde aus der Taufe. Auf Basis naturwissenschaftlicher Prinzipien generiert er bis heute neue Formeln der musikalischen Struktur, die er in Jazz, Blues und freier Improvisation ebenso anwendet wie in Avantgarde-Rock und Neuer Musik.
Freitag, 06. November 2009 | 19.00 Uhr | Haus der Berliner Festspiele
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Overtone Quartet feat. Dave Holland, Jason Moran, Chris Potter, Eric Harland
Die geballte Kraft des zeitgenössischen Jazz. Bassist Dave Holland, der schon bei Miles Davis spielte, Ende der Sechziger mit Chick Corea einige Alben für Blue Note aufnahm und mit John Abercrombie und Jack DeJohnette das Trio Gateway betrieb, ist in sich schon personifizierte Jazzgeschichte.
Stets auf der Suche nach neuem Talent, hat er Generationen von Jazzgrößen als Sprungbrett in die Weltspitze gedient. Einer von ihnen ist Saxofonist Chris Potter. Der virtuose Allrounder stellte sein Können unter anderem bei Paul Motian, Dave Douglas und Steely Dan unter Beweis. Pianist Jason Moran zählt zu den fokussiertesten jüngeren Talenten auf Blue Note. In seiner musikalischen Agenda gehen europäische und amerikanische Traditionen, Jazz, Pop, HipHop, klassische Moderne und Neue Musik unvorhersehbare Allianzen ein. Drummer Eric Harland spielte in den Bands von Dave Holland und Jason Moran und gibt dieser hochkarätigen Riege das Rückgrat.
Freitag, 06. November 2009 | 19.00 Uhr | Haus der Berliner Festspiele
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Tim Garland’s Lighthouse Trio
Seinen Namen erspielte er sich in Chick Coreas Origin und Bill Bruford’s Earth Works. Pat Metheny preist ihn wegen seiner ausgefeilten Arrangements, zahlreiche Sinfonieorchester greifen auf sein Können zurück, im TV- und Werbespot-Geschäft ist er ein gefragter Mann. Doch die wahre Liebe des britischen Saxofonisten Tim Garland gehört dem intimen Trio-Format, das ihm genug Raum für spontane Beweglichkeit gibt.
Beim Improvisieren ist er ein intuitiver Architekt, dessen elegante Konstruktionen ebenso flexibel wie stabil sind. Mit seinen beiden Kompagnons Asaf Sirkis, dessen Drumset einer perkussiven Weltkarte gleicht, und Gwilym Simcock, einem der vielversprechendsten jungen Pianisten Englands, bildet er zwar rechnerisch und sichtbar ein Trio; was man jedoch hört, ist eher ein kleines Orchester mit nahezu unbegrenztem Interaktionsfundus und trickreichem Spiel zwischen Jazz, Neuer- und Weltmusik.
Freitag, 06. November 2009 | 22.30 Uhr | Quasimodo
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