"Book of Travels" - ein Film von Suki Chan (Maslaha)
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Aufgrund der unstillbaren menschlichen Lust zu reisen, Neues zu lernen und Unbekanntes zu entdecken, gab es schon früh einen regen Austausch muslimischer Kulturen mit Europa, seinen Städten und Menschen.
Die Ausstellung „Seyahatnâme - Das Buch der Reisen” erzählt von dieser gemeinsamen Historie und lässt uns erfahren, wie Geschichten entstehen - und warum einige Geschichten nie erzählt werden.
Der Protagonist unserer Geschichte ist Evliya Çelebi, der sich als Globetrotter, Geschichtenerzähler, Forscher, Muslim, Soldat, Musiker und Weltbürger begriff.
Wir betrachten seine Rolle für die heutige Zeit und welche Bedeutung er zu seinen Lebzeiten im Osmanischen Reich des 17. Jahrhunderts und darüber hinaus hatte. Evliyas Geschichte handelt von der Neugier und den Unternehmungen eines Reisenden, der gewillt war, auf seinem Weg andere Sichtweisen einzunehmen. Seine Lebensreise und seine Geschichten hat er gemeinsam mit anderen Reisenden vor und nach ihm.
Wenn Sie genau hinhören, können Sie in Städten wie Istanbul, London, Kairo und Wien den Widerhall der Geschichten hören, die aus diesem regen Gedankenaustausch entstanden sind.
Am Beispiel Englands lässt sich erkennen, dass das Osmanische Reich unmittelbare gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Auswir-kungen auf Europa hatte. Es beeinflusste das Leben der Engländer und Engländerinnen, ihre Vorlieben und die Weiterentwicklung des Landes.
Ein Dokument aus dieser Zeit zählt die wichtigsten Güter auf, die nach England eingeführt wurden:„Die Güter, die sie aus jenen Teilen der Welt mitbringen, sind alle Arten von Gewürzen, Rohseide, Arzneimittel, Indigo und Baumwolle sowie aus Baumwolle gesponnene Garne, Stoffe, Gallustinte, Korinthen, süße Öle, Seife, Überwürfe, Teppiche und viele andere Handelsgüter.”
Nach Einschätzung eines Zeitzeugen stieg die Zahl derer, die im damaligen Zentrum Londons und in den Außenbezirken der Stadt ausschließlich mit dem „Aufspulen und Zwirnen ausländischer Rohseide“ beschäftigt waren, allein zwischen 1590 und 1630 von 300 auf „mehr als vierzehntausend Seelen“ an.
Es wäre sicherlich falsch, jede dieser Begegnungen als nutzbringend zu bezeichnen oder zu erwarten, dass sie stets eine Wirkung zeigten. Manchmal entstanden aus diesen Begegnungen jedoch Geschichten, die so tief empfunden waren und eine so umfassende Resonanz fanden, dass sie bis zum heutigen Tag nachhallen und spürbar sind.
Datum: Dienstag, 6. Dezember 2011, bis Sonntag, 15. Januar 2012, Montag bis Freitag 10 – 18 Uhr.
Ort: Rathaus Schöneberg, Foyer, John-F.-Kennedy-Platz, 10820 Berlin, Tel 030 – 90 277 0
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