NOva Popularna Cover

Lucy McKenzie/Paulina Olowska
"Nova Popularna "
Decemberism record, 2004
full colour gatefold sleeve / cover by Lucy McKenzie/Paulina Olowska

Courtesy Galerie Daniel Buchholz, Köln/Berlin

 

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"Après Crépuscule - Na Schemering - After Twilight - Nach Dämmerung"
Gruppen- und Archivausstellung mit Enrico David, Christian Flamm, Julian Göthe, Benoit Hennebert, Julia Horstmann, Linder, Lucy McKenzie, Claus Richter, Hanna Schwarz, Lawrence Weiner, Detlef Weinrich, Denise Willem

"When you love music, you want everything related to it, closely or not, to be beautiful too."
Benoît Hennebert, December 1984.

Die belgische Plattenfirma Les Disques du Crépuscule kreierte eines der wirkungsvollsten, wie gleichsam kaum systematisch erschlossenen kulturellen Phänomene zwischen Pop und Hochkunst.

Ab Beginn der 80er Jahre schuf sie eine Identität aus aktueller Musik, Covertexten und einer unvergleichlichen Optik. Chefdesigner Benoit Hennebert und seine Kollegen gestalteten einen flirrenden Stil im Flirt mit klassischer Bohème. Das Label war ein Coffeetable-Book, an dessen Seiten man sich beim Umblättern ab und an die Finger schneidet. Derart entstand ein verführerisches, verfeinertes und komplexes Gebilde das mittels Musik, Grafik, Statements auf Plattenhüllen und Magazinwerbungen die Plattenfirma als Schau und Identifikations-Objekt entwarf.

Auf Les Disques du Crépuscule veröffentlichten und gestalteten unter anderem Künstler, wie Lawrence Weiner, Linder oder Denise Willem. Der direkte Einfluss manifestierte sich aber zuerst fern der High Art. Doch in den letzten Jahren bezogen sich Künstler wie Lucy McKenzie, Enrico David, Claus Richter, Hanna Schwarz, Detlef Weinrich, Christian Flamm oder Julia Horstmann in direkter Weise auf das Label, seine Musik und seine Graphik.

Diese so spannende weil fern der großen Öffentlichkeit stattfindende Wirkungsgeschichte gilt es nachzuforschen. Eine Archivausstellung versammelt Zeitdokumente, rares Film/Video-Material, Musikausschnitte und Photos zu einer illustrativen Collage, sowie Informationsquelle. In einem weiteten Raum wird High-Art die, um das Label herum geschaffen wurde mit aktuellen Werken von Crépuscule inspirierter Künstler versammelt und eine visuelle Verbindung zur Labelästhetik hergestellt.

Dabei verwischen Grenzen zwischen Design und Kunst nicht, sondern es wird einer einzigartigen Labelarbeit Rechnung getragen. - "Benoit Hennebert was not a Designer, he was an Artist." Lucy McKenzie

So wie das Label als Geheimtipp in den letzten Jahren gehandelt wurde, so unentdeckt ist es als Katalysator durch die Zeiten (selbst nachdem die aktive Plattenproduktion eingestellt wurde), welcher aktuelle Strömungen miteinander verknüpfte, um Popkultur ästhetisch wie inhaltlich zu verändern - tatsächlich aber fern weltweiter Sammlerkreise sein deutlich vernehmbares Echo in Galerien fand.

Diese Ausstellung zeigt eine exemplarische Vermittlung zwischen Pop und Kunst, aus einer Zeit, in der die Künstler fern des Popglanzes arbeiteten. Sie bietet zudem Einsicht in bei Weitem noch nicht erschöpfte Quellen und präsentiert, wie ästhetische Schulung ab Ende des 20. Jahrhunderts tatsächlich funktioniert. (Oliver Tepel )

In Form einer jährlich wechselnden Ausstellung gibt Der springende Punkt Einblick in Archive von Institutionen oder Personen, die auf Grund ihres experimentellen Charakters oder besonderen kuratorischen Handschrift wichtige Anknüpfungspunkte für die Arbeit des Kölnischen Kunstvereins bieten. Für die Ausstellung werden wir jeweils eng mit einem Künstler oder Kurator, in diesem Fall Oliver Tepel , zusammenarbeiten. Der Künstler/Kurator wird eingeladen, das Archivmaterial zu recherchieren und eine entsprechende Präsentation dafür zu entwickeln. Somit geht es um die Auswahl eines bestimmten Moments der Geschichte, der durchaus persönliche Bedeutung für die Aussteller hat, nicht um die Präsentation eines Gesamtarchivs.

Die Ausstellung ist in zwei Teile gegliedert. In der Ausstellungshalle werden historische Arbeiten von Linder, Lawrence Weiner, Benoit Hennebert u.a. gezeigt, die in der aktiven Zeit des Labels entstanden sind, sowie Exponate von jungen internationalen Künstlern ausgestellt, die sich aus einer aktuellen Perspektive mit dem Label beschäftigen. Im Seminarraum im dritten Geschoss werden dem Besucher darüber hinaus historische Dokumente, Archivmaterialien, Entwürfe, Schallplatten und Post er präsentiert, die die Arbeitsweise und das Umfeld von Crépuscule widerspiegeln. Dieser Teil der Ausstellung wird über einen längeren Zeitraum ca. fünf Monate für die Besucher zugänglich sein und Gelegenheit zu einer intensiven Auseinandersetzung geben.

Die Reihe Der springende Punkt ist 2007 mit einem Archivprojekt von Marcel Odenbach zur Ausstellung Happening und Fluxus , Kölnischer Kunstverein 1970, gestartet und wird 2008 mit einem Projekt von Olivier Foulon über Marcel Proust fortgesetzt. Après Crépuscule ist das dritte Projekt dieser Serie.

Begleitveranstaltung während der LitCologne:

20.März 2009, 20.30Uhr Lesung und Konzert im Theatersaal des Kölnischen Kunstverein

Woher kamen diese Typen? Michael Bracewell (*1958, London) erkundet im Buch Remake/Remodel die artifizielle Ästhetik von Bryan Ferry, Brian Eno und ihrer Band Roxy Music. Der Kunst- und Musikautor knüpft heute zudem Roxys Idee von Pop an die Ausstellung „Après Crépuscule“ im Kölnischen Kunstverein. Dazu spielen Devine & Griffiths , Ian Devines neues Projekt, der mit seiner Band Ludus und Alison Statton in den 80ern für „Les Disques Du Crépuscule“ eleganten Kammer-Pop kreierte.

Datum: 7. Februar – 5. April 2009

Ort: Kölnischer Kunstverein Die Brücke, Hahnenstraße 6, 50667 Köln




   
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