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Was kann man lernen, wenn man sich mit Jugendlichen aus aller Welt trifft? Nun, kurz gesagt viel, wenn nicht sogar viel zu viel. Denn bei so vielen neu geknüpften und interessanten Freundschaften war meine Motivation, in unserer Welt etwas zu verändern noch nie so groß, wie nach diesem fünftägigen Weltjugendgipfel (Global Youth Summit) des British Council. Der Gipfel ist Teil der „Global Changemakers-Initiative“. Gegründet bei dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos 2007, haben „Global Changemakers“ zu Gipfelveranstaltungen in Davos, Sharm-el-Sheik, Cartagena, Dar-es-Salaam und Cape Town beigetragen. Global Changemakers, das sind junge Menschen, die sich durch ihr überdurchschnittlich hohes soziales Engagement auszeichnen. Nachdem ich im September als Teilnehmer des Global Youth Summit 2010 ausgewählt worden war, machte ich mich vom 21. – 27. November auf den Weg nach Großbritannien. Zusammen mit 60 Jugendlichen aus 37 verschiedenen Nationen, habe ich in High Wycombe, einer 93.000-Einwohner-Stadt nordwestlich von London, eine wirklich außergewöhnliche Woche verbracht. Bereits wenige Stunden nach der Ankunft fühlt es sich an, als würden wir uns alle schon seit Ewigkeiten kennen. Zusammen sitzen wir in der Lobby unseres Hotels und singen Songs von den Beatles und Jason Mraz. Neben Sport ist Musik wohl eines der besten Mittel, Jugendliche aus verschiedenen Ländern, Sprachen und Kulturen zu einer großen Familie zu vereinen. “Activism Speed Dating” ist der erste offizielle Programmpunkt am Montagmorgen. Aber was kann man sich darunter vorstellen? Man versammelt 60 Global Changemaker in einen Raum und gibt ihnen 15 Minuten Zeit, jeden einzelnen persönlich kennen zu lernen und über seine Arbeit als Aktivist mehr zu erfahren. Weitere spannende Programmpunkte sind die Präsentation des Global Tolerance Gründers Simon Cohen, der uns die Vorteile sozialer Medien im Zusammenhang mit unserem Engagement näher bringt, sowie Global Poverty Project Mitgründer Simon Moss aus Australien. Dieser erstaunt uns mit seiner Erfolgsgeschichte, als er von seinen Erfahrungen als ehemaliger Changemaker erzählt. Was ist wohl die schönste Zeit am Tag, wenn man ihn zusammen mit 60 Global Changemaker verbringt? Dienstag. In sechs verschiedene Gruppen werden wir heute an den Global Action Projects (GAP) arbeiten und die Themen HIV/AIDS, Umweltschutz, Bildung, Armut & Hunger, Gleichstellung von Geschlechtern und Kinderrechte behandeln. Die Idee eines GAP ist es, ein globales Konzept zur Bewusstseinsbildung für eines der oben genannten Themen zu entwerfen um dann an den Schulen, Gemeinden und in den Ländern der einzelnen Changemaker Aufmerksamkeit für diese Themen zu erzeugen. Weitere Highlights des Tages, sind eine Videokonferenz mit dem Weltbankinstitut über die Macht von Zahlen in internationalen Hilfsprojekten, Pamela Hartigan von der “University of Oxford”, die über soziales Unternehmertum spricht, und die zwei sportbegeisterten Andy Hansen und David Haskins, die den Tag mit einem Vortrag über “Sport in Entwicklungshilfeprojekten” erfolgreich abrunden. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Es ist Mittwochmorgen im ausnahmsweise nicht verregneten England, und wir haben die Möglichkeit fünf von insgesamt zwölf angebotenen Workshops zu belegen. Im Laufe des Tages unterrichten uns Experten unter anderem über den Umgang mit den Medien als Aktivist, die Organisation von Spendenaktionen oder darüber, wie man erfolgreich eine Werbekampagne initiiert. Bereits seit einer halben Woche residieren wir im unmittelbaren Umfeld der Weltmetropole London, und doch haben wir die Stadt noch kein bisschen erkundet. Das soll sich heute ändern. Wir starten mit einem Besuch bei der British Council Zentrale, wo uns ein kleiner Einblick in die Arbeit dieser international agierenden Organisation - der wir unsern Aufenthalt zu verdanken haben - gewährt wird. Nach der Präsentation der erarbeiteten Global Action Projects kommen wir am heutigen Freitag zu einem außergewöhnlichen aber leider auch finalen Programmpunkt des Global Youth Summit 2010. Caroline Casey, Gründerin der Kanchi Stiftung, ermutigt weltweit Menschen mit Behinderungen, ihre Träume zu erfüllen und inspiriert auch uns Changemaker mit ihrer wirklich außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Mit Worten von T.E. Lawrence gibt uns Caroline Casey am Ende des Global Youth Summit 2010 noch einmal inspirierende Gedanken mit auf den Weg: "Those who dream by night in the dusty recesses of their minds wake in the day to find that all was vanity; but the dreamers of the day are dangerous, for they may act their dream with open eyes, and make it possible." Keep dreaming, keep being dangerous - keep making it possible! |
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